22.07.2011
Vom Zillertal aus in die ganze Welt
AL-KO gründete vor 50 Jahren in Zellberg die erste Tochtergesellschaft außerhalb Deutschlands

50 Jahre AL-KO Kober GmbH in Österreich – im Jubiläumsjahr „80 Jahre AL-KO“ stellt dieses Ereignis einen ganz besonderen Meilenstein im Jahreskalender dar. Entsprechend wurde jetzt an dem Ort gefeiert, an dem alles seinen Anfang nahm: im Zillertal. Denn die Niederlassung Zellberg/Ramsau ist heute nicht nur einer der wichtigsten Produktionsstandorte der international agierenden Unternehmensgruppe, sondern aus Sicht der Kötzer Zentrale auch die erste Auslandstochtergesellschaft, die AL-KO 1961 gegründet hat. Rund 2.500 Gäste und Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und kirchlichem Leben, darunter auch Landeshauptmann Günther Platter, Nationalrat Franz Hörl, die Präsidenten der Tiroler Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer, Bürgermeister aus dem Zillertal sowie viele Mitarbeiter und Pensionäre aus den österreichischen Werken und auch aus Kötz und Vintl (Südtirol) kamen zum offiziellen Festakt. Den Auftakt bildete der sogenannte „Landesübliche Empfang“ für Landeshauptmann Günther Platter, den die Schützenkompanie Ramsau und die Bundesmusikkapelle Ramsau musikalisch gestalteten. Durch das anschließende Programm leitete Geschäftsführer Dr. Klaus Köhlertz.

AL-KO Vorstandssprecher Roland Kober spannte den Bogen zurück und erinnerte daran, wie AL-KO über die Tiroler Tageszeitung einen Standort gesucht – und schließlich im Zillertal gefunden habe. „In einer alten Lederfabrik in Zellberg hat alles begonnen“, sagte er. Die ersten Produkte, die gefertigt wurden, waren Handbremshebel und Anhängekupplungen. Ausschlaggebend für Österreich als Standort sei neben der deutschen Sprache und der fleißigen Menschen auch die Mitgliedschaft Österreichs in der Europäischen Freihandelszone EFTA (European Free Trade Association) gewesen. Deutschland war zu diesem Zeitpunkt Mitglied der westeuropäischen Union. „Während in weitere Mitgliedsstaaten zollfrei exportiert werden konnte, wurde bei Einfuhren in EFTA-Staaten Zölle erhoben. Um diese zu vermeiden, produzierte AL-KO auch in Österreich, um von hier aus die EFTA-Staaten zu beliefern.“ Zusätzlich ermöglichte das Accordino, ein 1949 geschlossenes Regionalabkommen zwischen Österreich und Italien, eine zollfreie Belieferung der AL-KO Kunden in Südtirol. Der Bedarf war groß, das Werk wuchs stetig. Schon bald reichte der Platz nicht mehr aus, weshalb bereits 1965 eine weitere Produktionsstätte in Obdach (Steiermark) gegründet wurde, um Betonmischer und Schiebetruhen zu produzieren. Auch für den Bereich der Fahrzeugtechnik wurde es eng. Und so wurde 1976 im benachbarten Ramsau, auf dem Gelände eines alten Magnesitwerks, eine neue AL-KO Fabrik gebaut.

„Mit unseren drei Produktionswerken in Zellberg, Obdach und Ramsau verfügen wir über drei moderne und leistungsfähige Produktionsstandorte, die nicht nur die Unternehmensgruppe mit Fahrzeugteilen und Gartengeräten bedienen, sondern auch eigenständig Produkte entwickeln, produzieren und verkaufen“, betonte Roland Kober. Als Beispiele nannte er Seilzüge für so namhafte Hersteller wie BMW und Mercedes sowie Industriekomponenten für den Kunden Liebherr. „60 Prozent unserer in Österreich hergestellten Produkte gehen in den Export, in die ganze Welt. AL-KO in Österreich hat sich in den vergangenen 50 Jahren zur größten und erfolgreichsten Auslandstochtergesellschaft unserer Firmengruppe entwickelt“, sagte er.

Apropos Erfolg: AL-KO will weiterhin auf Wachstumskurs bleiben und hat dazu die „Zukunftsoffensive 2015“, gestartet. Mit diesem Bündel an Maßnahmen soll nicht nur die Marke AL-KO gestärkt werden. Auch die Mitarbeiter rücken noch weiter in den Mittelpunkt. Mit einer zielgerichteten Aus- und Weiterbildung will das Unternehmen dem Fachkräftemangel, dem demografischen Wandel und der Bildungswüste begegnen und zudem eine effektive Personalentwicklung erreichen. Darüber hinaus richtet sich der Fokus auf die Erschließung neuer Märkte in Südosteuropa, Südamerika und Asien. Nicht zuletzt sollen auch neue Vertriebswege genutzt werden – allen voran das Internet. Verstärkt investiert wird zudem in Innovationen und Technik. Roland Kober: „Wir wollen mit hoher Geschwindigkeit neue, profitable Produkte entwickeln. Beispiele hierfür sind das AL-KO ATC, ein ESP für Anhänger, das in Ramsau produziert wird, sowie unser Mähroboter „Robolinho“ mit Lithium-Ionen-Akku, der aus Obdach kommt.“

Einen kurzen Rück- und Ausblick gab auch Dr. Klaus Köhlertz, Geschäftsführer der AL-KO Österreich. Der Erfolg der vergangenen Jahre an allen drei österreichischen Standorten sei nicht zuletzt dem Engagement und dem Gemeinschaftssinn der Belegschaft zu verdanken. Möge diese Entwicklung Ansporn sein, um AL-KO auf den Märkten auch künftig gut zu positionieren.

Den Aspekt des Zusammengehörigkeitsgefühls stellte Kurt Kober unter das Motto „Gemeinsam sind wir stark“. Er ließ die vergangenen fünf Jahrzehnte aus seiner Sicht Revue passieren und erinnerte sich noch gut an die Anfänge mit 40 Mitarbeitern. „Bereits im ersten Jahr haben wir Ertrag erwirtschaftet“, betonte er und fügte gleichzeitig an, dass es im Jahr 2010 gelungen sei, mit 700 Mitarbeitern das „beste Ergebnis aller Zeiten“ zu erwirtschaften. Kurt Kober und seine Frau Else Kober verbindet aber noch weit mehr mit Tirol. „Das Zillertal am Zellberg ist für uns die zweite Heimat. Wir fühlen uns hier sehr wohl und haben wunderbare Freundschaften geschlossen. Ausdruck dafür ist nicht zuletzt auch die Gründung einer Stiftung zugunsten der Tiroler Lebenshilfe, die Else Kober seit vielen Jahren tatkräftig unterstützt. Das Stiftungskapital beträgt 250.000 Euro.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete einer Führung durch den Betrieb – verbunden mit dem Dank an alle Helferinnen und Helfer, die diesen „Tag der offenen Tür“ zu einem Erfolg werden ließen.

50 Jahre AL-KO Kober GmbH in Österreich – zum Jubiläum fand im Zillertal ein Festakt mit rund 2.500 Gästen statt. Unser Bild zeigt (von links): Kurt Kober Ferdinand Fankhauser (Bürgermeister Zellberg), Dr. Klaus Köhlertz (Geschäftsführer AL-KO Österreich), Roland Kober), Angela Kober-Stolle (, Else Kober, und Fritz Steiner (Bürgermeister Ramsau).