15.09.2011
Ladungssicherheit wird bei AL-KO großgeschrieben
Optimierungen nach Fahrtests mit voll beladenem Lkw - Kooperation mit DEKRA

Aufladen, festzurren und losfahren – Fracht auf den Ladeflächen von Lastwagen müssen gut gesichert sein, Spanngurte korrekt sitzen und Rutschmatten unter die Füße der Ladungsträger geschoben werden, um schwere Unfälle zu vermeiden. Um diese hohen Anforderungen zu erfüllen und im Falle eines Unfalls abgesichert zu sein, hat die Firma AL-KO aus Kötz in Kooperation mit der DEKRA in Langenau dynamische Fahrversuche gemacht. Betrachtet wurden die Situationen Kurvenfahrt, Ausweichmanöver und Vollbremsung mit zwei verschiedenen Ladungen.

„Man muss sicherstellen, dass die Ladung auch hält, denn Verladende und der Fahrer des Lkw haften zu gleichen Teilen“, erklärt Christian Gujber, Lademeister bei der Firma AL-KO. „Trotzdem darf aber nichts beschädigt werden. Große Plastikteile brechen, wenn man die Spanngurte zu fest spannt. Sichtteile dürfen nicht verkratzt und die Achsen nicht verschmutzt werden“, fügt er hinzu. Jeder Ladungsträger wird auf dem Langenauer Verkehrsübungsplatz mit Aufklebern und Kreide markiert. Die Ladung wird nicht bündig geladen, das verringert zusätzlich die Stabilität.

Drei Kameras zeichnen jede Fahrsituation auf. Zwei überwachen die Ladefläche. Eine wird von Gujber bedient, der im sicheren Abstand am Fahrbahnrand steht. Den Lkw selbst lenkt der erfahrene DEKRA-Prüfingenieur Rudolf Sander. Er kennt sich aus und weiß, was man den tonnenschweren Riesen zumuten kann. Mit 35 Stundenkilometern fährt er in die Linkskurve und bremst dann abrupt ab. Die Ware hat gehalten. Die Aufkleber sind noch an Ort und Stelle und die Füße der Gitterboxen stehen noch innerhalb der Kreidemarkierungen. Die von der DEKRA geforderte Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern ist aber noch nicht erreicht. Rudolf Sander liest mit seinem Laptop die Daten aus. „Bis jetzt schaut alles ganz gut aus. Aber das geht noch schneller“, sagt der Experte. Mit 40 Stundenkilometern legt sich der Lkw in die Kurve. Danach bremst Sander voll ab. Die Ware ist um einige Zentimeter verschoben. „Das liegt aber noch im Rahmen. Für eine Vollbremsung ist das in Ordnung“, sagt Sander. „Wenn die Paletten formschlüssig geladen sind und größere Rutschmatten untergelegt werden, bekommen wir das in den Griff“, ist sich Jürgen Kappelmeyer sicher. Er ist Sicherheitsingenieur bei AL-KO.
Insgesamt waren zwei von drei Versuchsreihen auf dem Langenauer Verkehrsübungsplatz ausreichend. Nachbesserungsbedarf besteht noch bei der Vollladung mit Europaletten. Nach einer Vollbremsung waren einige Paletten beschädigt. „Wir werden prüfen, wie wir das zukünftig vermeiden. Ausreichend große Holzzwischenlager und die Verwendung einwandfreier Holzpaletten könnten eine Möglichkeit sein. Da muss man warten, was die DEKRA ermittelt hat“, mutmaßt Kappelmeyer.

Die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherstellung der Ladungssicherheit werden sowohl an die entsprechenden AL-KO Mitarbeiter des Stammwerkes in Kötz, als auch an die Mitarbeiter aller europäischen Tochter-Werke in einem firmeninternen Schulungsprogramm intensiv vermittelt. Von der DEKRA erhält AL-KO ein Zertifikat, das bestätigt, dass die Firma nach dem Stand der Technik und der Wissenschaft die Waren beim Transport durch die ganze Welt sichert.

 
Schlingern, Bremsen, Kurven fahren – AL-KO hat in Kooperation mit der DEKRA die Ladungssicherheit getestet.


Prüfingenieur Rudolf Sander montiert auf der Ladefläche des Lkw eine Überwachungskamera


Anhand der ausgelesenen Daten gibt Rudolf Sander Tipps zur Verbesserung der Ladungssicherung.