23.11.2016
Warum Küssen unter dem Mistelzweig? Das steckt hinter der Tradition

Unterm Türstock hängt ein Mistelzweig und prompt wird die darunter stehende Person mit einem Kuss, mehr oder weniger, beglückt. Küssen unter einem Mistelzweig, eine bekannte Sitte. Doch wie kommt es überhaupt dazu? Wir haben für Sie nach den Hintergründen dieses Brauchtums geforscht:

Ein fordernder Gast: der halbparasitische Mistelzweig

Vorab überraschende Fakten, die gegensätzlich zu der liebevollen Geste stehen. Die Mistel ist ein halbparasitische Strauch. Sie ist ein Schmarotzer, da sie sich in ihrem Wirt verwurzelt und sich an dessen Nährstoffbahnen bedient.

Was umso frecher ist, weil sie sich durch seine eigene Photosynthese selbst ernährt. Besonders schön ist der Namensursprung auch nicht: Die Mistel wächst auf Bäumen, über die Vögel zuvor gefressene Mistelsamen ausgeschiedenen haben.

 

Die Sage vom Mistelzweig und der Liebesgöttin Frigga

Es rankt sich um den Mistelzweig so manch eine Sage. Die nordische Liebesgöttin Frigga und der tragische Tod ihres Sohnes Balder u.a. verleihen ihm bis heute eine mystische Kraft. Dem Zorn des Gottes Loki ausgesetzt, nahm Frigga allen Tieren und Pflanzen das Versprechen ab, nicht der Anweisung des Bösewichts zu folgen und ihren Sohn zu töten. Dabei vergaß sie die Mistel, die hoch oben in den Bäumen lebte. Ihre Pfeilspitze verwundete schließlich den geliebten Sohn tödlich. Frigga weinte drei Tage bitterlich und ihre Tränen verwandelten sich in die weißen Beeren des Zweigs. Doch dank ihrer tiefen Liebe holte Sie ihren Sohn Balder ins Leben zurück. Voller Freude stand sie unter dem unglücksbringenden Baum und küsste jeden, der vorbeischritt. Die Mistel jedoch versprach ihr, nie wieder Schaden anzurichten. Im Gegenteil: Jeder, der von nun an unter dem Mistelzweig steht, soll als Zeichen der Liebe einen Kuss erhalten.

Die Verbreitung der Tradition

Populär wurde der Kuss unterm Mistelzweig durch die Romane der viktorianischen Zeit. Die Hauptcharaktere, gebunden an die damalige Etikette und den strengen Benimmregeln, durften sich ausnahmsweise unter dem Zweig küssen. Somit war das der einzige Weg, seinen Liebsten näher zu kommen und keine gesellschaftlichen Konsequenzen zu erfahren. Doch der Kuss sollte wohl dosiert eingesetzt werden: Nach jedem wurde eine Beere gepflückt und sobald keine mehr daran waren, war dieses „Hintertürchen“ verschlossen.

Bis heute hängen in vielen Häusern in der Weihnachtszeit Mistelzweige in Türrahmen, da der Brauch perfekt zum Fest der Liebe passt. Man sagt, dass es Paaren Glück bringt, sich unter diesen Zweigen zu küssen. Steht eine junge Frau darunter, darf sie es nicht ablehnen, geküsst zu werden. Bleibt sie jedoch ungeküsst, wird sie im nächsten Jahr nicht heiraten.

Doch genug mit den Mythen und Bräuchen. Für uns Gärtner ist der Mistelstrauch ein willkommener Gast im Garten. Er gibt den kargen Winterbäumen Farbe! Denn er blüht, wenn andere Pflanzen im Winterschlaf sind. Da sich das Gewächs hervorragend zum weihnachtlichen Dekorieren eignet, können Sie es mit einer Strauchschere, z.B. von AL-KO, vorsichtig aus dem Baum trennen. Gut zu wissen: Entgegen vieler Meinungen dürfen Sie die Mistel für private Zwecke pflücken, da sie nicht unter Naturschutz steht. Hierbei gilt allerdings, dass Sie den Wirt nicht beschädigen dürfen – was eine gewisse Herausforderung darstellt. Hintergrund ist, dass sich die Mistel mit dem Baum meist so verwachsen, dass für das Pflücken Äste und Zweige abgetrennt werden müssen. Haben Sie vor, Mistelzweige im größeren Ausmaß zu sammeln, müssen Sie vorab bei den zuständigen Behörden eine Genehmigung einholen. (Quelle: www.bund-hessen.de)

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