03.03.2016
Einen Gartenteich selber anlegen: Was man im Voraus beachten sollte

Einen eigenen Gartenteich selber anzulegen ist heutzutage, dank neuer Materialien und Techniken, kein Problem. Bei dem Projekt ist es sehr wichtig, alle vorab nötigen Entscheidungen wohl überlegt zu treffen. Denn die Reparatur einer beschädigten Teichfolie oder die Sanierung eines fehlerhaft angelegten Teiches ist aufwändiger als der Neubau. Wir haben für Sie zusammengestellt, was Sie beim Gartenteich-Bauen beachten sollten:

1. Welche Art an Gartenteich wollen Sie bauen?

Bevor Sie mit der konkreten Planung beginnen, klären Sie, welche Art an Gewässer zukünftig im Garten sein soll.

  • Wünschen Sie sich einen kleinen oder großen Gartenteich?
  • Wollen Sie einen Flusslauf haben?
  • Planen Sie einen Naturteich, Schwimmteich, Koiteich oder einen im asiatischen Stil? Dank vieler Gestaltungsmöglichkeiten durch Material und Form, Bepflanzung, Fischbesatz und Beleuchtung, kann sich jeder seinen ganz individuell arrangierten Gartenteich schaffen. Beachten Sie, dass Sie, je nach gewünschter Größe, eine Baugenehmigung einholen um Bußgelder zu vermeiden. Ein Gartenteich ab 100 Kubikmeter Volumen oder 1,5 Metern Wassertiefe ist genehmigungspflichtig! Übrigens spricht für einen größeren Teich, dass dieser stabil gegenüber Temperaturschwankungen bleibt und somit sein ökologisches Gleichgewicht halten kann.

 

2. Wo wollen Sie Ihren Teich im Garten haben?

Die Beschaffenheit Ihres Gartens bestimmt, wo Sie Ihren Teich bauen können. Selbstverständlich sind größere Flächen für das Ausgraben eines Teichs prädestiniert. Planen Sie einen Naturteich, platzieren Sie diesen möglichst entfernt von Ihrem Essensbereich, da viele Tiere und v.a. Insekten angelockt werden. Ist Ihr Garten uneben, legen Sie den Teich am tiefsten Punkt des Grundstücks an, da das natürlicher wirkt. Bei der Platzwahl entscheidet zudem, wo im Garten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sonne und Schatten herrscht: Wasserpflanzen benötigen zum Gedeihen die richtige Menge Licht.

Zu viel Sonneneinstrahlung kann das Gewässer so erwärmen, dass vermehrt Algen wachsen. Perfekt ist ein Plätzchen im Halbschatten mit etwa sechs Stunden Sonne am Tag. Planen Sie Ihren Teich mit genügend Abstand zu Strom- und Gasleitungen, ebenso zu Bäumen wie Birken. Diese ausläufertreibenden Arten können mit ihrem flachen Wurzelwerk die Teichfolie durchstoßen. Bei anderen Baumarten darauf achten, dass sie östlich vom Teich stehen. So wird z.B. das Herbstlaub vom hier vorherrschenden Westwind nicht in den Teich geweht.

3. Wann soll der Teich angelegt werden?

Im Grunde können Sie Ihren Teich zu jeder Jahreszeit anlegen. Doch im Frühling und Sommer ist die beste Zeit für die Umsetzung, da die kalten Monate die Arbeit mit Regen bzw. Schnee erschweren. Sind Sie für dieses Jahr zu knapp dran, nutzen Sie die nächsten Monate, um den Bau zu planen.

4. Welche Pflanzen sollen in den Gartenteich?

Bei einem künstlich angelegten Teich besteht oft die Gefahr, dass er sein biologisches Gleichgewicht verliert. Als Faustregel gilt, möglichst viele und unterschiedliche Pflanzen zu verwenden. Wählen Sie u.a. Unterwasserpflanzen, damit der Teich genügend Sauerstoff produziert, um die Algenbildung zu vermeiden. Die Wasseroberfläche wiederum soll mit rund 30 Prozent pflanzenfrei bleiben. Praktischer Nebeneffekt: Ist die Bepflanzung reichlich und vielfältig, kommen die Tiere für einen Naturteich von selbst.

5. So legen Sie Ihren Gartenteich selber an

Haben Sie nun alle grundlegenden Entscheidungen getroffen, geht es los! Ist die Entscheidung auf eine Gartenteichwanne gefallen, heben Sie das Loch entsprechend der Wannenmaße aus. Unser Tipp für einen späteren Arbeitsschritt: Lassen Sie seitlich etwas Hohlraum frei. Fällt Ihre Wahl auf eine Teichfolie, bestimmen Sie mit einer Schnur oder Farbkreide die Umrisse des Gartenteichs. Mit dem Ausheben des Teiches beginnt man von außen nach innen. Bei der Teichfolie ist es wichtig, dass Sie drei Tiefenzonen für das Gewässer vorsehen: Zehn bis 20 Zentimeter tief sollte die Sumpfwasserzone sein, die Flachwasserzone 40 bis 70 Zentimeter und die Tiefwasserzone wenigstens 90 und im Idealfall 120 bis 150 Zentimeter. Das Gefälle dazwischen sollte maximal 30 Grad betragen. Achten Sie darauf, dass Sie beim Ausheben keine Leitungen im Boden beschädigen. Versichern Sie sich zudem mit einer Wasserwage, ob die Teichränder auf einer Ebene sind. Legen Sie nun von Rand zu Rand eine Schnur, um die Größe der Teichfolie zu ermitteln. Entfernen Sie spitze Steine und Wurzeln, bevor Sie die Folie auslegen bzw. die Wanne einsetzen.

Da sowohl Folie als auch Teichbecken relativ schwer sind, sollten Sie sich für diesen Arbeitsschritt von jemand helfen lassen. Sobald die Folie bis an den Rand ausgelegt ist, ziehen Sie diese noch senkrecht nach oben. Um die Ränder zu beschweren, empfiehlt es sich, Steine darauf zu legen. Verwenden Sie ein Kunststoffbecken, dieses einsetzen und die seitlichen Hohlräume zwischen Erde und Kunststoffbecken mit lockerer Erde oder feinen Sand auffüllen sowie anschließend alles mit Wasser einspülen. Dies ist eine bewährte Methode, um zu verhindern, dass sich Hohlräume unter dem Teichbecken bilden, welche später durch den Wasserdruck zu Beschädigung der Wanne führen könnten. Substrat und Kies kommen nun in die Tiefwasserzone und schon heißt es: Wasser marsch – am einfachsten mit einer Gartenpumpe! Gut ein Drittel des Beckens mit Wasser füllen und anschließend die Tiefwasserzone bepflanzen. Einheimische, wilde und an den Standort angepasste Gewächse gedeihen sehr gut.

 

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