10.05.2016
In 5 Schritten zur eigenen Kräuterspirale im Garten

 

Sie lieben frische Kräuter und wollen diese immer griffbereit zu Hause haben? Dann bauen Sie sich eine eigene Kräuterspirale oder  Kräuterschnecke in Ihrem Garten. Die Kräuterspirale ist ein kleiner Kräutergarten, der sich wie ein dreidimensionales Hochbeet spiralförmig nach oben windet. Wir geben Ihnen Tipps zum Bau und Bepflanzung einer eigenen Kräuterspirale.

1. Schritt: Der Aufbau der Klimazonen

Basis jeder Kräuterspirale ist eine sich spiralig aufwärts windende Mauer aus Naturstein oder alternativ auch Ziegelsteinen. Durch das Gefälle von innen nach außen bietet sie den Kräutern den jeweils optimalen Boden. In der Trocken- bzw. Mittelmeerzone werden die Kräutersorten platziert, die nährstoffärmere und trockene Böden bevorzugen, also vor allem Mittelmeerkräuter. Nach außen ansteigend nehmen Nährstoffgehalt des Bodens und Feuchtigkeit durch das Gefälle automatisch zu – ganz außen befindet sich die Feuchtzone, in der sich diejenigen Kräuter wohlfühlen, die einen sumpfigen Boden benötigen. Damit lässt sich die Kräuterspirale in vier verschiedene Klimazonen unterteilen: nass, feucht, neutral und trocken.

2. Schritt: Welche Kräuter brauchen welchen Boden?

  • Nasser Boden: Brunnenkresse, Kalmus und Wasserminze
  • Feuchter Boden: Dill, Petersilie, Kerbel, Basilikum und Schnittlauch
  • Neutraler Boden: Kapuzinerkresse, Zitronenmelisse, Pimpinelle, Koriander, Fenchel und Rauke
  • Trockener Boden: Thymian, Majoran, Salbei, Lavendel, Bohnenkraut, Oregano und Rosmarin

Ungeeignet für die Kräuterspirale sind Kräuter, die lange Wurzeln bilden und sehr groß werden, wie zum Beispiel Beinwell oder Liebstöckel. Lassen Sie Pfefferminze lieber ebenfalls weg, da deren Wurzeln die gesamte Spirale durchziehen würde. Nicht winterharte Kräuter wie Rosmarin werden samt Topf eingepflanzt. So kann man sie vor Frosteinbruch wieder ausgraben und zum Überwintern an einen geeigneten Ort stellen.

 

3. Schritt: Materialien für die Kräuterspirale

  • Ein sonniger Platz von mindestens 3 bis 4 Quadratmeter Größe
  • Steine oder geeignetes Material für die Einfassung (Naturstein, Ziegel, Betonstein, imprägniertes Holz)
  • als erste Schicht (Drainage)
  • Ausreichend Humus
  • für die trockene Zone
  • Kompost für den nährstoffintensiven und feuchten Bereich
  • Eventuell eine Folie oder eine Wanne für den Teichbereich der Sumpfpflanzen

 

4. Schritt: Der Bau der Kräuterspirale

  1. Markieren Sie die Grundfläche der Spirale auf den Boden, indem Sie diesen mit Stöcken abstecken. Der Anfang der „Schnecke“ sollte im Süden liegen. Anschließend tragen Sie den Mutterboden spatentief ab.
  2. Die Grundfläche der Kräuterspirale bedecken Sie nun mit einer etwa 10-20 cm dicken Schicht aus grobem Kies als Drainage.
  3. Legen Sie nun die Steinreihen aufeinander. Große, breite Steine werden zuerst verbaut, die kleinen kommen nach oben. Die Mauer sollte eine leichte Neigung nach innen haben, das macht sie stabiler. Bevor die einzelnen Reihen mit kräuterspezifischem Bodenmaterial befüllt werden, bilden Schotter oder Bauschutt eine weitere Schicht, die im Kern der Spirale peu à peu auf etwa 50 cm Höhe anwächst.
  4. Füllen Sie bereits während des Baus die entsprechenden Bodenschichten auf die Schotterschicht. Je nach Klimazone bestehen diese aus einem speziellen Gemisch aus Gartenerde, Kompost und Sand. Der Sandanteil wächst mit zunehmender Höhe der Spirale an, da er den Boden trockener und durchlässiger macht. An der Spitze besteht das Gemisch aus 50% Sand und 50% Gartenerde. Je tiefer man in der Spirale nach unten gelangt, desto höher wird der Kompostanteil in der Gartenerde, damit der Nährstoffgehalt im Boden steigt.
  5. Empfehlenswert ist das Anlegen eines kleinen Teiches am Fuß der Kräuterspirale. Heben Sie dafür eine gut 40 cm tiefe Mulde aus, die sie mit Folie auskleiden und mit Teicherde füllen. Die Folie so auslegen, dass die Erde der Kräuterspirale direkten Kontakt zum Wasser hat und dieses aufnehmen kann.
  6. Da sich die Erde in den ersten Wochen nach dem Bau setzt, bepflanzen Sie die Kräuterspirale erst nach mehreren Regengüssen.

 

5. Schritt: Die Kräutersorten an den passenden Ort einpflanzen

Jetzt pflanzen Sie ihre Kräuter und suchen für die einzelnen Sorten den jeweils idealen Standort aus. Durch die Mauerkurven können Sie bestimmen, ob eine Pflanze viel Sonne abbekommt oder eher im Schatten aufwächst. Berücksichtigen Sie das Wachstum der einzelnen Sorten – ansonsten überwuchern nach ein paar Monaten die aggressiveren Kräuterarten die langsam wachsenden. Hier lohnt es sich, manche Kräuter im Topf einzupflanzen, um die Ausdehnung zu begrenzen. Gießen Sie die Pflanzen an. Hierbei ist eine Gartenpumpe sinnvoll, die auch für den ganzen Garten genutzt wird.

 

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