26.03.2018
Tipps für den Weg zum schneckenarmen Garten

In feuchten Sommern können Schnecken Gartenbesitzer fast zur Verzweiflung bringen. Die Liste der Rezepte gegen Schnecken ist groß, doch eine Erfolgsgarantie gibt es nicht, da man den Garten nicht komplett schneckenfrei bekommt. Unsere Gast-Bloggerin Nadja Mende vom Gartenblog Neues vom Landei hat Ihnen nützliche Tipps für den Weg zum schneckenarmen Garten zusammengestellt:

Tipp 1: Ausbruch aus dem Teufelskreis

Der wichtigste erste Schritt ist der Ausstieg aus der Spirale „Gift – tote Schneckenfresser – mehr Gift - …“. Ganz gleich ob Molche, Tigerschnegel, Frösche, Kröten, Igel, Laufkäfer, Spitzmäuse, Glühwürmchenlarven oder andere Schneckenfresser, ja sogar Katzen, Hunde und Kleinkinder: Gifte wie Metaldehyd töten alles. Alles bis auf die gefürchtete sog. Spanische Wegschnecke, die solche Giftattacken zu einem gewissen Prozentsatz überlebt – und sich nach der Ausrottung ihrer Konkurrenten und Feinde umso ungehinderter ausbreiten kann. Genau das hat sie ja auch getan.

Tipp 2: Haben Sie Geduld!

Die anstrengendste Phase auf dem Weg zum schneckenarmen Garten ist die Zeit unmittelbar nach dem Giftstopp. Bis zur deutlich erkennbaren Wiederbesiedelung mit Nützlingen vergeht meist mindestens ein Jahr. Die vollständige Wiederherstellung eines natürlichen Gleichgewichts kann noch länger dauern. Während dieser Dauer können Ihnen die folgenden Tipps weiterhelfen.

Tipp 3: Sammeln und Sichten

Das Einsammeln der Schnecken ist zwar nicht sehr beliebt, aber eine enorm wirkungsvolle Methode zur Verhinderung von Fraß-Schäden. Es hat auch einen weiteren Vorteil: Man erkennt deutlich, welche Pflanzen die Tiere bevorzugen und welche mehr oder weniger ignoriert werden. Werden beispielsweise einige Kartoffelsorten fast kahlgefressen und andere kaum angerührt, kann man sich die von den Schnecken verschmähten Gemüsesorten merken und diese im nächsten Jahr vorrangig anbauen.

Tipp 4: Abschied von den 100 Prozent

Es gibt vermutlich kein Mittel, das dauerhaft hundertprozentig gegen Schnecken hilft. Viele Methoden wirken aber vielleicht achtzig- oder neunzigprozentig.  Je nach Garten können das Barrieren sein, Lebermoos, getrocknete Minze, Schafwollpellets, Köderpflanzen oder auch selbst gebastelte Schutzhäuschen. In Kombination sind solche Methoden noch deutlich wirksamer.

Tipp 5: Suche nach Verbündeten

Im Kampf gegen Fraß-Schädlinge wie die sog. Spanische Wegschnecke ist  kaum etwas so wichtig wie der Schutz der im Garten lebenden Nützlinge. Hier gilt allerdings: Nur was man kennt, kann man schützen. Deshalb können Sie z.B. nach Einbruch der Dämmerung mit Stirnlampe (damit Sie niemanden versehentlich zertreten ;-) ) durch den Garten gehen. Oft entdeckt man neue Schneckenvertilger – teilweise solche, von denen man das gar nicht vermutet hätte. Sie sehen zudem, dass Sie im Kampf gegen die Schnecken nicht alleine sind – und das ist gut! Deshalb ist es ratsam, den Verbündeten Rückzugsgebiete im Garten einzurichten.

Tipp 6: Entspannte Einstellung in Bezug auf den Garten

Zum entspannten Gärtnern gehört die Einsicht, dass Schnecken seit Urzeiten Bestandteil der Natur sind, unsere hochgezüchteten Genießer-Salate jedoch nicht. Die Fremdkörper, die bekämpft werden, sind also streng genommen unsere Gärten. Die können, wollen und müssen wir bewahren. Das geht aber viel einfacher, wenn wir sie mit der Natur gestalten statt gegen sie. Die zweite wichtige Einsicht ist die, dass Schnecken in einem gewissen Rahmen dazugehören und sogar unverzichtbar sind. Nicht umsonst nennt man sie die Gesundheitspolizei des Gartens. Wohl kaum ein anderes Lebewesen vertilgt so viel Verrottendes oder Tierleichen wie Schnecken. So paradox das auch klingt, aber ganz ohne Schnecken kann es keinen schönen Garten geben.

Wir bedanken uns herzlich bei Nadja Mende vom Blog „Neues vom Landei“ für die hilfreichen Tipps. In Kombination mit den geeigneten Gartengeräten, z.B. aus unserem Online-Shop, kann Ihr Garten schneckenarm und in voller Pracht erblühen. Viel Erfolg :-)

Über Neues vom Landei: Der eigene Garten kann so vieles sein: Oase der Ruhe, Quelle unverfälschter Lebensmittel und selbst angebauter Köstlichkeiten, Refugium für Mensch und Tier und nicht zuletzt ein Gegenpol zum Berufsalltag am Computer. Damit die Freude am Gärtnern sich auch richtig entfalten kann, gibt es im Blog Neues vom Landei immer aktuell zur jeweiligen Jahreszeit passend wertvolle Tipps und Anregungen. Der gleichnamige YouTube-Kanal bietet – ebenfalls kostenlos – Zugang zu einer großen Gemeinschaft von Gartenbegeisterten, die einen lebhaften Austausch versprechen.

Bildquelle: neues-vom-landei.de, Stand 30.05.2016.