19.09.2017
Professionelle Rasenpflege: Ein Interview mit 1. FC HDH Greenkeeper Thomas Buck

Als offizieller Rasensponsor des 1. FC Heidenheim 1846 e.V. haben wir einmal einen Blick hinter die Kulissen der professionellen Sportplatzpflege gewagt und dabei ein Interview mit dem Greenkeeper der Voith-Arena Thomas Buck geführt.

Das Interview

Guten Tag Herr Buck, in der Saison 16/17 wurde der Rasen des 1. FC Heidenheim 1846 zum zweitbesten Rasen der 2. Bundesliga gekürt, was bedeutet dieser Titel für Sie?

„Ich habe mich natürlich sehr über diese Auszeichnung gefreut, auch über die ganzen Komplimente, die mir zugetragen wurden. Ein ganz großer Dank gilt meinem Team - gemeinsam haben wir dieses tolle Ergebnis zustande gebracht. Allerdings ist der Fußball ein schnelllebiges Geschäft, letztlich war es eine Momentaufnahme der vergangenen Saison, die jetzt nichts mehr zählt.“

 

Wie sind Sie zur Sportplatzpflege gekommen und haben Sie eine spezielle Ausbildung als Platzwart/Greenkeeper abgeschlossen?

„Bei mir hieß es learning by doing. Außerdem haben mir Seminare und der regelmäßige Austausch mit Kollegen aus der 2. Liga in den letzten Jahren sehr geholfen, um mich stetig weiter zu entwickeln. Eine spezielle Ausbildung werde ich aber noch absolvieren. Ich möchte mich im Bereich Rasenpflege selbstverständlich weiter verbessern.“

 

Der Rasen in der Voith-Arena ist kein Rollrasen sondern wurde angesät. Was versprechen Sie sich als Rasenexperte mit langjähriger Erfahrung davon?

„Durch den Rasenwechsel im Sommer vergangenen Jahres bei uns in der Voith-Arena, weg vom Naturrasen zur Fibersand-Hybridtechnologie, hat sich die Qualität deutlich verbessert. Gleichzeitig ist aber auch die Pflege noch intensiver geworden.“

 

Nehmen wir mal an, dass AL-KO Gardentech sich einen eigenen Fußballplatz auf dem Firmengelände anlegen möchte, worauf müssten wir achten?

„Mein Tipp dabei wäre: Achten Sie darauf, dass der Aufbau des Rasens von unten her stimmt.  Gute Drainage ist extrem wichtig!“

 

Wie pflegen Sie den Rasen im Stadion und welchen Aufwand betreiben Sie beim Grün im eigenen Garten?

„Den Rasen in unserer Voith-Arena pflegen wir eigentlich herkömmlich durch regelmäßiges Mähen und Düngen. Nach den Heimspielen wird allerdings viel von Hand bearbeitet, um die unmittelbaren Spielschäden am Rasen zu beseitigen. Für den Rasen zu Hause fehlt mir jedoch ehrlich gesagt ein wenig die Zeit. Das erledigt mein Sohn (schmunzelt).“
 

Haben Sie auch Zeit die Spiele im Stadion zu genießen oder müssen Sie stets in Bereitschaft für eventuelle Probleme sein?

„Selbstverständlich verfolge ich unsere Heimspiele und bin mit dabei. Natürlich ist das aber immer mit viel Anspannung verbunden, weil du immer auf alles gewappnet sein musst, was dem Rasen während des Spiels passieren kann.“

Welche Tipps und Tricks haben Sie für die Greenkeeper kleinerer Vereine, auch im Hinblick auf ein begrenztes Budget?

„Auch wenn es für kleinere Vereine mit geringem Personal teilweise einen großen Aufwand darstellt, ist das regelmäßige Mähen unheimlich wichtig. Außerdem gilt auch für kleinere Vereine: Schäden am Rasen nach den Spielen sollten so schnell wie möglich behoben werden.“

 

Wenn Ihre Freunde und Bekannte Tipps für den eigenen Garten möchten, was geben Sie ihnen mit auf den Weg?

„Regelmäßiges mähen regt das Wachstum an, am besten mit Hilfe eines Mähroboters“

 

Welches Gerät benutzen Sie im Stadion und welches zu Hause am liebsten?

„Der Spindelmäher ist definitiv mein Lieblingsgerät“.

 

Inwiefern werden Mähroboter wie der Robolinho von AL-KO Gardentech in Zukunft die Grünflächen in Stadien prägen?

„Grundsätzlich ist der Robolinho eine sehr gute Sache, allerdings im Stadion nicht ganz so hilfreich. Denn damit lassen sich, im Gegensatz zum Spindelmäher, nicht die Muster in den Rasen mähen.“

Glauben Sie also, dass mit einem flächendeckendem Einsatz von Mährobotern in deutschen Stadien, hier englische Rasen-Verhältnisse entstehen könnten?

„Das ist schwer zu sagen. Der flächendeckende Einsatz von Mährobotern wäre aber auf jeden Fall eine deutliche Erleichterung.“

 

Abschließend bedanken wir von AL-KO Gardentech uns für dieses aufschlussreiche und interessante Interview und wünschen dem 1. FC Heidenheim 1846 und Ihrem Rasen weiterhin gute Platzierungen in der Liga.