20.08.2018
Wespentipps - was wirklich hilft und was nicht!

Jedes Jahr freuen wir uns auf den Sommer und was gibt es Schöneres, als diesen im Garten, auf dem Balkon oder in einem Café mit einer kühlen Limo oder bei einem Stück Kuchen zu genießen. Leider bleibt diese Idylle nicht lange bestehen: Die Wespen sind im Anflug und wollen uns Limo und Kuchen streitig machen. Dabei ist es jedes Jahr das Gleiche: Wenn im Spätsommer die Königin eines Wespenvolks stirbt werden ihre Arbeiterinnen arbeitslos und begeben sich auf Nahrungssuche. Süße und energiereiche Lebensmittel tauchen hier ganz weit oben auf der Delikatessen-Liste der Wespen auf. Aber was kann man gegen die schwarzgelben Plagegeister tun? An sogenannten „Wespentipps“ mangelt es nicht, doch helfen diese Tipps, die im Netz und in Ratgebern kursieren überhaupt?

1. Nach Wespen schlagen

Ein Schlag mit der Zeitung und schon wäre das Problem gelöst – das kann bei den schwarz-gelb gestreiften Insekten nach hinten losgehen. Verfehlen Sie Ihr Ziel, wechselt die Wespe möglicherweise vom Verteidigungs- in den Angriffsmodus und macht Ihnen das Leben zur Hölle! Dabei steigt natürlich die Gefahr, gestochen zu werden.

2. Knallige Kleidung tragen

Wespen haben nicht nur einen ausgeprägten Geruchssinn, sie erkennen auch Farben. Vor allem bunte und knallige Farben können die Plagegeister mit einer Sommerblume verwechseln und fliegen diese mit Vorliebe an. Um nicht als Blume wahrgenommen zu werden, geben wir Ihnen den Rat, möglichst auf rote, gelbe und blaue Kleidungsstücke zu verzichten. Dasselbe gilt auch für die Tisch-Deko und die Tischdecke auf dem Balkon oder im Garten.

3. Die Platzwahl des Gartentischs

Stellen Sie, wenn möglich, Ihren Gartentisch nicht in unmittelbare Nähe von Obstbäumen. Es hängen immer vereinzelte überreife, beschädigte oder faulige Früchte am Baum, die ein beliebtes Fressen für Wespen sind, auch wenn bereits abgeerntet wurde oder noch nicht ganz Erntezeit ist.

4. Kupfermünzen auslegen

Vielleicht können ja die Kupfermünzen helfen? Und so soll es funktionieren: Legt man eine Münze auf den Tisch, erhitzt die Sonne das Kupfer so, dass dabei eine Geruchsbarriere für die Wespen entsteht, die sie nicht mehr passieren können. Ebenso soll es sich mit dem Reiben der Münzen an den Händen verhalten. Mitnichten! Dieser Mythos stammt noch aus einer Zeit, als man Kupfer eine Giftwirkung zugesprochen hat.

5. Duftstoffe erzeugen

Wir haben uns selbst gefragt, ob dieser Trick wirklich hilft und es ausprobiert! Hierzu haben wir ein bisschen Kaffeepulver oder -bohnen in eine feuerfeste Schale gegeben und ein brennendes Streichholz dazu gelegt und abgewartet, bis der Kaffee anfängt zu glühen. Angeblich meiden die Wespen diesen Duft. Aber nicht in unserem Fall! Das Feuerchen setzt zwar angenehme Röstaromen frei, doch auch das hält die Wespen nicht davon ab, sich zu uns zu gesellen! Das gleiche Szenario ist bei dem Gebrauch von pflanzlichen Duftstoffen wie etwa Nelkenöl, Weihrauch oder Basilikum zu beobachten.

6. Ablenkfütterung

Auch diese Methode haben wir ausprobiert und für nicht sehr effektiv befunden. Dazu stellt man ein Schälchen mit überreifen Weintrauben etwa fünf bis zehn Meter vom Gartentisch entfernt auf und versucht damit die Wespen abzulenken. Der Trick scheint zu klappen: Die meisten fliegen nicht zum Kaffeetisch, sondern daran vorbei. Im Prinzip eine durchaus sinnvolle Methode, doch die kleinen Biester sind ja nicht dumm und lernen schnell. Durch den Ablenkungsort erhöht sich bei den Wespen die Attraktivität des Gebiets und somit kommen immer mehr Wespen, und ganz blind passieren diese den Kaffeetisch dann eben doch nicht!

7. Der ultimative Tipp: Ein Wespennest selbst bauen

Aus einer braunen Papiertüte haben wir hierzu eine Nest-Attrappe gebastelt. Das geht ganz schnell und ist dazu auch noch günstig. Die Wespen halten das gefälschte Nest für ein fremdes Wespennest und fliegen nicht in das Territorium des fremden Nestes hinein. Hier seht Ihr, wie es funktioniert.

Viel Spaß beim Ausprobieren und auf eine möglichst wespenfreie Zeit :-) Für alles andere, was man im Garten so braucht, klickt hier.